Hier kommen die Gedichte anderer Autoren rein..leider weiss ich bei einigen nicht mehr von wem sie waren, wenn jemand es weiss, bitte ne mail schreiben! danke!


Manchmal,
wenn ein Mensch aus Kummer und
Verzweiflung eine Treane weint-
dann sieht das niemand,
keinen interessiert es,
keinem faellt es auf.

Wenn ein Mensch mehrere Traenen weint-
dann sehen es einige,
aber niemand fragt nach dem Grund,
weil alle denken:
Ach die paar Traenen!

Wenn ein Mensch viele Traenen weint,
dann sehen es alle,
aber fragt niemand danach,
weil jeder denkt,
der andere macht das schon.

Wenn ein Mensch tot ist,
ertrunken in einem Meer voller Traenen,
dann stehen alle an seinem Grab,
mit Traenen im gesicht
und fragen sich:
Warum? Es gab doch gar keine Anzeichen.
(dieses Gedicht habe ich mal von einem meiner besten Freunde geschickt bekommen, danke nochmal Alex)




Ein Alt Totenlied

So fährt im Herbst der Abendwind
Wohl über die breite Heide
Und reißt die Blumen ab geschwind
Zu unserm tiefen Leide.
Verschwunden unserm Angesicht
Sieht man gar bald die Stätte nicht,
Wo Gras und Blumen gestanden.

Nun fliehe denn aus eurem Sinn
Das traurige Seufzen und Klagen hin
Und ziehet eure Straßen.
Denk wohl dabei, es währt nicht lang,
So wird man uns bei Sang und Klang
Gleichfalls der Erde lassen.



Abschied

Zu lieblich ist's, ein Wort zu brechen,
Zu schwer die wohlerkannte Pflicht,
Und leider kann man nichts versprechen,
Was unserm Herzen widerspricht.

Du übst die alten Zauberlieder,
Du lockst ihn, der kaum ruhig war,
Zum Schaukelkahn der süßen Torheit wieder,
Erneust, verdoppeltst die Gefahr.

Was suchst du mir dich zu verstecken!
Sei offen, flieh nicht meinem Blick!
Früh oder spät mußt' ich's entdecken,
Und hier hast du dein Wort zurück.

Was ich gesollt, hab' ich vollendet;
Durch mich sei dir von nun an nichts verwehrt;
Allein, verzeih dem Freund, der sich nun von dir wendet
Und still in sich zurücke kehrt.
(Goethe)




Ein Gleiches

Über allen Gipfeln
Ist Ruh',
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.
(Goethe)



Trawklage des Autoris / in sehr schwerer Kranckheit

Jch bin nicht/ der ich war / Die kräffte sind verschwunden!
Die Glieder sind verdorrt wie ein verbrannter Grauß/
Hier schawt der schwartze Todt zu beyden Augen auß.
Nichts wird als Haut vnd Bein mehr an mir vbrig funden.
Der Athem wil nicht fort; die Zung steht angebunden.
Mein Hertz das vbersteht numehr den letzten Strauß.
Ein jeder / der mich siht / spürt daß das schwache Hauß /
Der Leib wird brechen ein / gar inner wenig Stunden/
Gleich wie die Wiesenblum früh mit dem Liecht der Welt
Hervor kombt / vnnd noch eh der Mittag weggeht / fält;
So bin ich auch benetzt mitt Thränentaw ankommen:
So sterb ich vor der Zeit: O Erden gutte nacht!
Mein Stündlein laufft herbey! nun hab ich außgewacht/
Vnd werde von dem Schlaff des Todes eingenommen!
(Gryphius)



Der Tod

Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,
Tönt so traurig, wenn er sich bewegt
Und nun aufhebt seinen schweren Hammer
Und die Stunde schlägt.
(Jacobi)



Die Kinder im Schnee

Ein Winterabend still und kalt. -
Drei Kinder wandern durch den Wald.

Sie gingen schon oft den Weg allein -
Heut flimmert der Mond mit irrem Schein.

Der Pfad, der sonst so kurz nach Haus, -
heut mündet er nimmer zum Wald hinaus.

Die kleinen Beinchen schreiten voran.
Da ragt empor der finstre Tann.

Sie laufen zurück und hin und her -
Sie finden im Schnee den Weg nicht mehr.

Es weinen die Kleinsten, wohl irrten sie weit.
Kalt ist die Nacht und Schlafenszeit!

Sieh dort, unter Wurzeln ein trocknes Hohl,
Da bettet das Schwesterchen beide wohl.

Trägt Moos und Laub zu ihrer Ruh
Und deckt mit dem eignen Tüchlein sie zu.

Die Nacht ist kalt, vom Mond erhellt, -
Es funkeln die Sterne am Himmelszelt.

Man hat sie gesucht mit Rufen und Schrein,
Man hat sie gefunden bei'm Morgenschein.

Die beiden Kleinen, sie schlafen fest,
Aneinandergeschmiegt im warmen Nest.

Den Arm gerafft voll Laub und Moos,
So fand man die andre bewegungslos.

So lag sie im Schnee - die Wangen rot,
Die hatte geküßt der eisige Tod.
(Seidel)



Kritik des Herzens

Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen?
Besinne dich, mein Herz, noch ist es Zeit.
Sie war so lieb. Verzeih, was auch geschehen.
Sonst nimmt dich wohl beim Wort die Ewigkeit
Und zwingt dich mit Gewalt zum Weitergehen
Ins öde Reich der Allvergessenheit.
Du rufst und rufst; vergebens sind die Worte;
Ins feste Schloß dumpfdröhnend schlägt die Pforte.
(Busch)